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Alles rund um den Energieausweis

Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind verpflichtet, den Käufern oder Mietern einen Energieausweis vorzulegen und auszuhändigen.

Ausgenommen von der Energieausweis-Vorlageverpflichtung bei Verkauf oder Vermietung sind nur folgende Gebäudekategorien:

  • Gebäude, die nur frostfrei gehalten werden
  • Der Verkauf von abbruchreifen Immobilien: Hier muss schon in der Verkaufsanzeige darauf hingewiesen werden, dass ein Gebäude abbruchreif ist und im Kaufvertrag der Abbruch durch den neuen Eigentümer binnen drei Jahren vorgesehen sein.
  • Provisorisch errichtete Gebäude mit geplanter Nutzungsdauer von höchstens zwei Jahren
  • Gebäude, die ausschließlich für Gottesdienste und religiöse Zwecke genutzt werden
  • Industrieanlagen, Werkstätten und Landwirtschaftsgebäude, bei denen der Großteil der erforderlichen Energie für das Innenraumklima durch Abwärme selbst erzeugt wird
  • Wohngebäude, die nur zeitlich begrenzt benutzt werden können und deren Energiebedarf wegen dieser Einschränkung unter einem Viertel des Energiebedarfs bei ganzjähriger Nutzung liegt
  • Frei stehende Gebäude mit weniger als 50 m² Nutzfläche

Heizwärmebedarf und Gesamtenergieeffizienz-Faktor fGEE

Im Energieausweis ist der sogenannte Heizwärmebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (KWh/m²/a) enthalten und zusätzlich wird der Gesamtenergieeffizienz-Faktor fGEE angeführt. Dieser wird in Klassen dargestellt, deren Grenzen folgendermaßen festgelegt sind:

  • Klasse A++: fGEE ≤ 0,55
  • Klasse A+: fGEE ≤ 0,70
  • Klasse A: fGEE ≤ 0,85
  • Klasse B: fGEE ≤ 1,00
  • Klasse C: fGEE ≤ 1,75
  • Klasse D: fGEE ≤ 2,50
  • Klasse E: fGEE ≤ 3,25
  • Klasse F: fGEE ≤ 4,00
  • Klasse G: fGEE > 4,00

Informationspflicht schon in den Immobilienanzeigen

Verkäufer, Vermieter und Immobilienmakler sind verpflichtet, bereits in den Immobilienanzeigen in Print- und Online-Medien sowohl den Heizwärmebedarf (HWB), als auch den Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE) anzugeben.

Wenn dies nicht geschieht, begehen die Genannten eine Verwaltungsübertretung und müssen mit einer Geldstrafe von bis zu € 1.450,- rechnen.

Sollte allerdings noch ein „alter“ Energieausweis vorliegen, der ja insgesamt 10 Jahre Gültigkeit hat, reicht die Angabe des HWB im Inserat aus.

Neue Details und Durchsetzungsmöglichkeiten

Verkäufer und Vermieter müssen den Energieausweis „rechtzeitig vor Abgabe der Vertragserklärung“ vorlegen, damit Interessenten genügend Zeit haben, ihn in ihre Entscheidung einzubeziehen. Ausgehändigt werden muss der Energieausweis nach dem Willen des Gesetzgebers spätestens 14 Tage nach Vertragsabschluss.

Der Käufer bzw. Mieter kann dies auch – nach Ablauf der 14-tägigen Frist und vorheriger Aufforderung – gerichtlich einklagen oder aber selbst einen Energieausweis erstellen lassen und die Kosten dafür gegen den Verkäufer oder Vermieter klagsweise geltend machen.

Wird kein Energieausweis vorgelegt, so gilt zumindest eine dem Alter und der Art des Gebäudes entsprechende Gesamtenergieeffizienz als vereinbart.

Verstößt der Verkäufer, Bestandgeber oder Immobilienmakler gegen diese Aushändigungspflicht, so begeht er eine Verwaltungsübertretung, die mit € 1.450,- geahndet werden kann.