Winterfit für den Werterhalt
Wer sein Haus im Herbst winterfit macht, vermeidet Schäden, spart Kosten und erhält den Wert der Immobilie. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es bei den gängigen Maßnahmen ankommt – und welche weniger bekannten Winterfit-Vorkehrungen wichtig sind.
Bei Regen ist es in den eigenen vier Wänden besonders gemütlich. Es kann sich aber auszahlen, das Haus für ein paar Minuten zu verlassen und die Regenrinne zu begutachten. Sind im Fallrohr gurgelnde Geräusche zu hören, rinnt das Regenwasser verdächtig langsam ab? Dann hat man Hinweise auf eine beginnende Verstopfung gefunden. Läuft das Regenwasser oben aus der Rinne, ist bereits eine Blockade vorhanden. Jedenfalls sollte man Rinne und Rohr rasch reinigen oder reinigen lassen. Blockieren Blätter, Zweige oder darin aufgestauter Schneematsch den Wasserfluss, findet das Wasser neue Wege – und zwar über die Fassade oder ins Mauerwerk. Mögliche Folgen: Feuchtigkeitsschäden, Frostsprengungen, Schimmelbildung im Gebäudeinneren.
Sicher durch den Winter
Wie bei Gesundheitsfragen gilt auch beim Winterfit-Machen des eigenen Hauses: Vorbeugen ist besser als heilen. „Ein gepflegtes, gut instand gehaltenes Haus ist einfacher zu warten und man kann relativ unkompliziert das Risiko für Schäden minimieren“, sagt Manuela Beck, Leiterin Immobilienbewertung bei s REAL. Wer die Prävention vernachlässigt, ist später möglicherweise mit Problemen konfrontiert, die dann möglichst schnell gelöst werden sollten. Denn: „Je länger ein Schaden unrepariert bleibt, desto größer kann der Aufwand zur Wiederherstellung sein“, betont Beck. Schäden an Immobilien haben häufig die unangenehme Eigenschaft, mit der Zeit größer zu werden und Folgeschäden auszulösen.
Wer Haus und Garten im Herbst winterfit macht, beugt diesem Szenario vor und verbessert zudem den eigenen Komfort und die Sicherheit. Ein Beispiel: Gelockerte Pflaster sind im Schnee nicht zu sehen, Sturzgefahr ist die Folge. Daher sollte man Gehwege und Terrassen sowie auch die Außenbeleuchtung vor der kalten, dunklen Jahreszeit kontrollieren. Genauigkeit ist dabei wichtig: Kleine Risse in Terrassenfliesen können im Wechselspiel von Frost und Tauwetter größer werden, lockere Pflastersteine ihren Halt verlieren. Rechtzeitige Reparatur erhöht die Sicherheit und verhindert Folgeschäden.
Warten und Geld sparen
Auch die Haustechnik sollte man vor dem ersten Frost unbedingt kontrollieren: Außenwasserhähne absperren und entleeren, damit keine Leitungen einfrieren. Der Check der Heizungsanlage vor jeder Heizsaison hilft, Geld zu sparen: Regelmäßig von Profis gewartete Anlagen bringen in der kalten Jahreszeit zuverlässig und energiesparend Wunschtemperatur und Warmwasser ins Haus. Damit möglichst wenig Energie zum Fenster hinaus geheizt wird, sollten Sie die Fensterdichtungen winterfit machen: Fetten Sie die Dichtungen ein. Dann bleiben sie auch bei großem Temperaturgefälle zwischen Innenraum und Außenbereich lange elastisch und dicht.
Richtiges Entlüften der Heizkörper
Wichtig für effizientes Heizen ist auch das Entlüften der Heizkörper. Was manche dabei vergessen: Vor dem Entlüften ist die Umwälzpumpe abzuschalten. Damit sich die Luft im Heizkörper oben sammeln kann, sollte man nach dem Abschalten der Umwälzpumpe mindestens 30 Minuten warten. Dann die Thermostate an allen Heizungen auf die höchste Stufe stellen und mit dem passenden Entlüftungsschlüssel ans Werk gehen. Wegen günstiger Heizkosten nur minimal zu heizen, ist übrigens nicht empfehlenswert: Fällt die Temperatur im Haus unter 18 bis 20 °C, kann das Schimmelbildung begünstigen.
Kein Schimmel und keine Maus im Haus
Schimmelpilze sind mikroskopisch kleine Organismen, die auf feuchten Oberflächen wachsen. Schimmel schädigt die Gebäudesubstanz und kann Allergien und Atemwegserkrankungen auslösen. Gegenmittel: mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten Stoßlüften. Nach dem Duschen oder Kochen sofort Fenster öffnen und gut durchziehen lassen. Querlüften bei gegenüberliegenden Fenstern. Mit einem Hygrometer können Sie prüfen, ob die ideale Luftfeuchtigkeit (40–60 %) gegeben ist. Leben mehrere Personen in einem Haus, wird häufig gekocht, geduscht und Wäsche in Wohnräumen zum Trocknen aufgehängt, ist dieser Idealwert auch beim besten Stoßlüften mitunter kaum zu erreichen.
Tipp: Lieber einen energieeffizienten Raumentfeuchter kaufen, als ein Schimmelproblem riskieren.
Auch ungebetene tierische Gäste zieht es, wenn die Tage kürzer werden, verstärkt in Häuser. Mäuse suchen sich im Herbst ein kuscheliges Winterquartier – und nisten sich gerne in Kellern ein. Tipp: Fugen verschließen, Haus- und Kellertüren im Herbst nicht unbeobachtet offen lassen.
To-dos im Garten
Empfindliche Pflanzen benötigen einen Frostschutz aus Vlies oder Mulch. Laub ist vom Rasen zu entfernen, damit keine Fäulnis entsteht. Bäume und Sträucher sollten Sie vor dem Winter kontrollieren, abgestorbene oder beschädigte Äste abschneiden, ehe sie unter Schneelast oder Frost abbrechen. Vor allem in der Nähe von Dach und Fassade sollten überhängende Äste entfernt werden, um Schäden bei Sturm und Eis zu vermeiden. Dadurch reduzieren Sie auch die Menge an Laub und Ästen in der Regenrinne.
Dach-Check durch Profis
Lassen Sie vor dem Winter von Dachdecker:innen Ihre oberste Gebäudehülle säubern und auf mögliche Schäden – verschobene oder zerbrochene Dachziegel, mangelhafte Abdichtung – kontrollieren. Die Profis können auch gleich Regenrinnen und Fallrohre durchputzen. Dann müssen Sie nicht im Regen Zeit neben der Rinne verbringen, um ihre Funktionalität zu überprüfen. Wobei es nach dem Regenrinnen-Herbstputz ein gutes Gefühl ist, wenn man sieht und hört, wie das Regenwasser durch saubere Rinnen abfließt, und man weiß: Schnee und Winter können kommen, das Haus ist gut vorbereitet.
Checkliste
Mit diesen Maßnahmen übersteht Ihre Immobilie den Winter unbeschadet und der Wert bleibt stabil
- Heizung testen und warten, Heizkörper entlüften
- Minustemperaturen ausgesetzte Wasserleitungen (z. B. Keller, Dachboden) isolieren, Außenwasserleitungen entleeren und absperren
- Fenster und Türen auf Dichtheit prüfen, abdichten
- Fassade kontrollieren
- Sprünge in Mauerwerk und Stiegen ausbessern
- Dachrinnen von Laub befreien, Dach kontrollieren lassen
- Gehwege, Terrassen, Außenbeleuchtung überprüfen
- Rasen mähen, Laub entfernen, Äste bei Dach und Fassade zurückschneiden